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Strukturelle Arbeitslosigkeit

Es gibt eine wirtschaftliche Hypothese, die versucht zu erklären, warum es immer eine gewisse Arbeitslosenquote geben wird, die trotz Vollbeschäftigung nicht ganz verschwinden würde. Dieses Phänomen heißt strukturelle Arbeitslosigkeit und resultiert aus verschiedenen demographischen Faktoren.

Strukturelle Arbeitslosigkeit entsteht aus einem gewissen Grad an mangelnder Information, aus Einschränkungen in der Mobilität und aus der Tatsache, dass bei Veränderungen die Anpassungskosten zu hoch sind. Auch eine Veränderung in der Zusammensetzung der Gesellschaft ist an der Entwicklung struktureller Arbeitslosigkeit beteiligt. All diese Faktoren bewirken, dass  unterhalb des Reallohns ein Niveau der Unter- oder Nichtbeschäftigung entsteht, das trotz möglicher Vollbeschäftigung nicht völlig verschwindet.

Beeinflussbar ist strukturelle Arbeitslosigkeit nur langfristig durch Änderungen der wirtschaftlichen Struktur. Dazu würde eine technologische Weiterentwicklung gehören, um die Arbeitsplatzsuche einfacher zu gestalten, ebenso wie sich die Arbeitnehmer alle gewerkschaftlich engagieren sollten. Anders herum kann die strukturelle Arbeitslosigkeit durch ökonomische Gegebenheiten auch negativ beeinflusst werden. Ein stark überhöhter Rohölpreis führt beispielsweise zu einem Rückgang des Reallohnes, also des Geldes das der Arbeitnehmer dann tatsächlich zur Verfügung hat. Dadurch leidet die Kaufkraft, die Produktion sinkt und die strukturelle Arbeitslosigkeit steigt.

Nach einer Theorie in der Volkswirtschaftslehre beschreibt die strukturelle Arbeitslosigkeit eine Größe, zu der eine Wirtschaft nach Zeiten der Veränderung mittelfristig immer wieder zurückkehrt, weil es der stabilste Zustand ist, innerhalb dessen die Höhe der tatsächlichen Inflationsrate am nächsten dem errechneten Wert liegt.

Eine andere Bezeichnung für die strukturelle Arbeitslosigkeit ist der Begriff „natürliche Arbeitslosigkeit“, der aber umstritten ist, da er zu positiv und gewollt klingt. Gemeint ist damit allerdings, dass die Quote der strukturellen Arbeitslosigkeit auf Dauer gesehen nicht von alleine zurückgehen wird.

Heraus zu stellen ist noch, dass es sich bei struktureller Arbeitslosigkeit nicht immer um dieselben Menschen handeln muss, sondern nur die Anzahl gleich bleibt, während die Personen untereinander zwischen arbeitslos und beschäftigt wechseln können.
Strukturelle Arbeitslosigkeit dient den Unternehmen allerdings auch dazu, selbst bei Vollbeschäftigung die Arbeitspreise diktieren zu können. Würde die strukturelle Arbeitslosigkeit fehlen, wären die Arbeitskräfte in der Situation, die Löhne fest zu legen zu denen sie arbeiten.

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